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Bundesligafussball

4-4-2, 4-2-3-1 und Co. – moderne Spielsysteme in der Übersicht

Früher war Fußball einfach. Vier Verteidiger, vier Mittelfeldspieler, zwei Stürmer und einen Torwart, mehr brauchte es nicht und die Mannschaft stellte sich quasi von selbst auf. Die Taktik ergab sich aus den Gegebenheiten des Spielermaterials, weniger aus Überlegungen über alternierende taktische Aufstellungen. Doch dann traten Mannschaften aus Spanien und Holland auf den Plan und begannen damit, das Spiel völlig zu verändern.
 4-4-2, 4-2-3-1 und Co. - moderne Spielsysteme in der Übersicht

Die Raute hat ausgedient

Der Klassiker unter den Spielsystemen ist zweifellos das 4-4-2 System, bei dem das Herz des Spiels im Mittelfeld liegt. Oft sind die Spieler dabei rautenförmig angeordnet. Vor der Viererkette in der Abwehr findet sich ein weiterer defensiver Spieler; auf den Außenbahnen agieren zwei Spieler und schlagen weite Bälle in den Strafraum. Zum Star dieses Systems wird jedoch der sogenannte „Zehner“, jener offensive Mittelfeldspieler, der auf der zentralen Position hinter den Angreifern spielt und jene in Szene setzt. In die Kritik geraten ist dieses System jedoch, weil das Umschalten von Defensive auf Offensive nur sehr schwerfällig funktioniert und die weiten Räume im Zentrum eine Mannschaft sehr anfällig für Konter macht. Trainer setzen deshalb verstärkt auf flexiblere Systeme.

Von Holland in die Welt

Größerer Beliebtheit erfreut sich heute das holländische 4-3-3. Von den Spielern im Mittelfeld wird dabei erwartet, sowohl defensive, als auch offensive Aufgaben zu übernehmen, was das Spiel deutlich flexibler macht. Im Sturm finden sich hier gleich drei Spieler, von denen jedoch nur einer den klassischen Mittelstürmer verkörpert, wohingegen zwei Flügelstürmer eher von den Flanken in den gegnerischen Strafraum einbrechen und die Abwehr oft überfallartig überrennen. Da auf die Spieler in diesem System größere Anforderungen zukommen, gewinnt auch der Trainer mehr den Charakter eines Fußballlehrers. Eines der wichtigsten Arbeitsutensilien ist das Flipchart oder Whiteboard, auf dem er den Spielern erläutert, in welchen Spielsituationen sie welche Rolle zu übernehmen haben.

Polyvalente Spielertypen sind gefragt

Die Mannschaftsbesprechung ist einem solchen Spielsystem ebenso wichtig wie das Training selbst. Das gilt auch für das heute dominierende 4-2-3-1-System. Darin verlagert sich das Zentrum an die Schaltstelle im defensiven Mittelfeld, von dem der Takt des Spiels ausgeht. Auch hier sind kreative, vielseitig einsetzbare („polyvalente“) Spieler gefragt, was dazu führt, dass der klassische Mittelstürmer fast ausgedient hat. Fest steht, dass Fußball keineswegs mehr so einfach ist, wie es einmal war. Die modernen Spielsysteme verlangen von den Spielern viel mehr Spielverständnis, als es früher von Nöten war.

Bild: bilderstoeckchen – Fotolia