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Bundesligafussball

Alte Dame Hertha

Die Alte Dame Hertha gibt in der Bundesliga weiterhin Rätsel auf. In jedem Jahr startet der Hauptstadt-Klub mit hohen Ambitionen in die neue Saison und wähnte sich kurze Zeit sogar im Kreis der ganz Großen wie dem FC Bayern oder Werder Bremen.

Die Bilanz in den letzten Jahren verrät aber etwas anderes. Hatte man in der vergangenen Saison die Hinrunde auf einem beachtlichen fünften Platz abgeschlossen und hatte geringfügige Hoffnungen sogar die Champions League zu erreichen, verspielten die Berliner mit einer katastrophalen Leistung alle Möglichkeiten auf das internationale Geschäft. Am Ende der Saison, die von Zankereien und Querelen in der Mannschaft geprägt war, musste man sich kurzzeitig mit dem Abstieg befassen, der aber verhindert werden konnte. Die Mannschaft einte in der Vergangenheit nur der gemeinsame Hass auf Trainer Falko Götz, der später seinen Hut nehmen musste.

In dieser Saison sollte eigentlich alles besser werden. Als Trainer verpflichtete man Lucien Favre, der den FC Zürich zuletzt zu zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg geführt hatte. Zudem verzeichnete man zehn Abgänge und holte gleich mehrere neue Spieler. Am Beginn der Saison sah alles danach aus, als ob der Hertha der radikale Umbruch wirklich gelungen war. Man spielte attraktiven und schnellen Fußball, konnte sogar zwischenzeitlich den zweiten Platz erobern. Der Bruch kam mit der Verletzung von Mittelfeldspieler Lucio, dessen Knieapparat im Spiel gegen FC Schalke 04 fast vollständig zerstört wurde. Danach war es vorbei mit der Berliner Herrlichkeit und es wurden Partien wie gegen Rostock und Nürnberg fast kampflos hergegeben.

In der Winterpause gelang es Manager Dieter Hoeneß, der bei der jüngsten Kicker-Leser-Umfrage den letzten Platz aller Bundesliga-Manager belegte, des Trainers Wunschstürmer Raffael aus Zürich zu verpflichten. Zudem kommen vermutlich der junge Serbe Fejsa und der US-Boy Arguez, die beide das Mittelfeld der Berliner beleben sollen.

Durch die Verlängerung des Vertrages mit dem Vermarkter sportfive, der 25 Millionen an die Hertha zahlt, haben die Berliner mehr Geld für Transfers zur Verfügung, obwohl eine große Summe in den Schuldenabbau investiert werden soll.

Trotz der Neuverpflichtungen wird es wohl nicht zu mehr als einem Mittelfeldplatz reichen. Wenigstens sind ist Hertha in der Breite besser aufgestellt und sollte mit Raffael mehr Zug zum Tor entwickeln. Die Investitionen in junge Spieler sind richtungsweisend und sinnvoll.