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Bundesligafussball

«Bedenklich»: Geduld mit Bundesliga-Managern nimmt ab

Berlin – Die Pointe zum wilden Personalmarkt der Fußball-Bundesliga kommt von Fortuna Düsseldorf.

Ausgerechnet am Tag, als der Aufsteiger endgültig den vor der Saison für sensationell eingeschätzten Klassenverbleib feiern darf, sorgt die bevorstehende Trennung von Vorstandschef Robert Schäfer für Wirbel.

Die überraschende Nachricht passt zu einem generellen Trend dieser Saison: Auf den Positionen von Verantwortlichen abseits des Rasens wird inzwischen mindestens so häufig rotiert wie auf dem vielzitierten Trainerkarussell. Sechsmal trennten sich Clubs diese Saison von ihrem Coach – noch mehr Vereine wechselten bei den Fachkräften auf Managementposten mit den Titeln Sportvorstand, Geschäftsführer Sport oder Chefscout.

«Es wäre schön, wenn wir lange arbeiten könnten – Trainer und Sportdirektoren», prangerte Max Eberl im ZDF-«Sportstudio» die immer geringere Geduld der Branche an. «Da wo kontinuierlich gearbeitet wird, diese Vereine haben am Ende auch Erfolg. Wenn Sportdirektoren alle zwei Jahre wechseln, wird kein Verein erfolgreich sein.»

Seit mehr als einem Jahrzehnt verantwortet Eberl die sportlichen Geschicke bei Borussia Mönchengladbach, überraschte zuletzt mit dem Austausch von Trainer Dieter Hecking gegen Marco Rose zur kommenden Saison. Doch inzwischen werden die Macher im Hintergrund ebenso heiß gehandelt wie die Übungsleiter auf der Bank. Eberl selbst fahndet dabei nach einem eigenen Nachfolger und würde möglicherweise in der internen Hierarchie aufsteigen.

Bei vielen Clubs gibt es bereits einen Zweiklang aus gesamtverantwortlichen Sportvorstand und dem Kaderplaner, der meist mit dem Label Sportdirektor versehen wird. Ein Alleinherrscher wie Uli Hoeneß früher beim FC Bayern ist aufgrund der Vielzahl an Aufgaben nicht mehr zeitgemäß.

Aufgrund der zahlreichen Posten entsteht ein veritabler Gerüchtemarkt, der hinter den üblichen Spekulationen auf dem Trainermarkt nicht zurückstecken muss. Hannover 96 sucht nach der Trennung einen Nachfolger für Horst Heldt, Kandidaten gibt es gleich aus drei Kategorien: Der aktuell Erfolgreiche (Markus Krösche vom SC Paderborn), der selbst Zurücktretende (Jonas Boldt von Bayer Leverkusen) und der fast schon Vergessene (Dietmar Beiersdorfer). Im Zuge des Wandels übernehmen vermehrt ehemalige Nationalspieler Verantwortung: Thomas Hitzlsperger in Stuttgart, Simon Rolfes in Leverkusen und bald Oliver Kahn in München.

Christoph Metzelder wird gleich bei FC Schalke 04 und RB Leipzig gehandelt. «Ich glaube, im Moment gibt es genügend Vereine, die Christoph Metzelder gut vertragen könnten», sagte Leipzigs Sportdirektor und Noch-Coach Ralf Rangnick bei Sky. Bei RB ist der Posten des Leiters Sport seit dem Wechsel von Jochen Schneider zu Schalke 04 vakant.

Doch wie nachhaltig sind die Personalrochaden? «Man muss die Frage stellen, wie können wir sicherer werden in diesen Positionen», sagte Vereinschef Martin Kind von Hannover 96 bei Sky 90. Während sich der Erfolg bei Trainerwechseln zumindest kurzzeitig am Tabellenbild ablesen lassen, plädieren die Manager in eigener Sache für mehr Durchhaltevermögen.

«Du hast mittlerweile nicht nur den Trainer, sondern auch den Sportvorstand oder den Manager, die gleichzeitig mitgehen müssen, wenn gewisse Entwicklungen nicht kommen», kritisierte der Mainzer Rouven Schröder bei Sky. «Das finde ich schon bedenklich. Das, was anschließend folgt, ist häufig nicht besser als das, was vorher da war.» Der Sauerländer Sportvorstand der Rheinhessen selbst erteilte zuletzt möglichen Interessenten – angeblich auch Gladbach – eine Absage.

So gibt es noch diverse zu vergebende Ämter bei den aktuellen Bundesligisten, sowohl für Sportdirektoren als auch für Trainer. Nicht nur bei Hannover hängen beide Personalien eng zusammen. Ob Thomas Doll beim derzeitigen Tabellenletzten auch in der 2. Liga als Coach arbeiten darf? «Das wird der neue Sportdirektor im Wesentlichen zu entscheiden haben», kündigte Boss Kind an.

Fotocredits: Federico Gambarini,Christophe Gateau
(dpa)

(dpa)

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