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Bundesligafussball

BVB sucht Trainer – Reus bestreitet Zerwürfnis mit Watzke

Dortmund – Die Trainersuche bei Borussia Dortmund gestaltet sich offensichtlich schwieriger als erwartet.

Für zusätzliche Unruhe sorgten am Tag nach der Trennung von Thomas Tuchel Berichte über ein angebliches Zerwürfnis zwischen Marco Reus und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sowie der immer wahrscheinlicher werdende Absprung von Toptorjäger Pierre-Emerick Aubameyang. Der geschasste Tuchel mühte sich mit einer medienwirksamen Danksagung an die BVB-Fans per Twitter weiter, aus dem wochenlangen Disput mit Watzke nicht als moralischer Verlierer herauszugehen.

Zur Nachfolge-Regelung gibt es indes wenig Erhellendes. Zwar gilt Lucien Favre von OGC Nizza weiter als Wunschkandidat, doch könnte es ein zähes Ringen um dessen Verpflichtung geben.

Julian Nagelsmann (Hoffenheim) und Peter Stöger (Köln) winkten bereits ab. David Wagner (Huddersfield) öffnete Spekulationen die Tür, Fahrt nahmen Gerüchte über Paulo Sousa (Florenz) auf. Auch Niko Kovac (Frankfurt) und Peter Bosz (Amsterdam) werden als mögliche Alternativen gehandelt.

Derweil soll der Wechsel von Torschützenkönig Aubameyang zu Paris St. Germain laut «Yahoo!Sport» konkrete Formen annehmen. Eine Bestätigung dafür gab es aber bisher nicht.

Tuchel bedankte sich über seinen neuen Twitter-Account für positive Rückmeldungen der Fans. Er sei «überwältigt von den ganzen Reaktionen», schrieb der Ex-Coach am Morgen und berichtete von «Zuspruch» aus der Fan-Gemeinde. Die Botschaft war klar: Er wollte nach dem offenen Brief Watzkes – der zwischenmenschliche Probleme andeutete, aber nicht konkretisierte – klarstellen, dass er die Mehrheit der BVB-Fans hinter sich glaubte.

Dass es auch ein Zerwürfnis zwischen Watzke und Spielern gegeben habe, bestritt Reus energisch. «Aki Watzke und ich hatten und haben keinen Streit, sondern ein gewachsenes Vertrauensverhältnis», sagte der Nationalspieler der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» und dem «RevierSport». Eine Meinungsverschiedenheit räumte der Nationalspieler aber ein: «Das beinhaltet, dass man auch mal anderer Meinung sein und offen über gewisse Dinge diskutieren kann.»

Die «Zeit» hatte von einem Wortwechsel zwischen Reus und Watzke vor dem Champions-League-Spiel des BVB gegen AS Monaco berichtet. Reus habe gesagt, er halte es für falsch, das Spiel am Tag nach dem Sprengstoffanschlag auf den Bus auszutragen. Er soll Unterstützung von Gonzalo Castro und weiteren Spielern erhalten haben.

Watzke hatte erklärt, es habe «niemand den Wunsch an mich herangetragen», das Spiel abzusagen. Die Presseabteilung des BVB konkretisierte dies auf «Zeit»-Anfrage mit den Worten: «Kein Profi aus dem Monaco-Kader» habe gegenüber Watzke «den Wunsch geäußert, am Abend nicht spielen zu wollen». Reus und Castro gehörten beim betreffenden Hinspiel nicht zum Aufgebot.

Der TV-Sender Sky berichtete, Favres Club Nizza habe Verhandlungen mit dem BVB abgeblockt, weil man keinen geeigneten Ersatzkandidaten finde. Nagelsmann antwortete laut WAZ auf die Frage, ob er sich den Job in Dortmund vorstellen könne: «Das ja – aber nicht jetzt.» Und Stöger beteuerte: «Es macht keinen Sinn, sich mit etwas zu beschäftigen, wo nichts dahinter ist.»

Der vor allem von Bayer Leverkusen umworbene, in Dortmund aber als ehemaliger U23-Coach ebenfalls hochgeschätzte Wagner scheint dagegen grundsätzlich verhandlungsbereit. «Ich setze mich in den nächsten Tagen mit meinem Besitzer zusammen, weil wir durch den Aufstieg eine ganz andere Situation haben», sagte der mit Huddersfield in die Premier League gestürmte Coach der «Bild»: «Dann müssen wir schauen, wie er darüber denkt. Danach entscheide ich, wie es weiterläuft.» Im Fall von Sousa, der 1997 als Spieler mit dem BVB die Champions League gewann, berichtete Sky Italia von einem bevorstehenden Abgang bei Florenz.

Fotocredits: Bernd Thissen
(dpa)

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