Dass eine 1:6 Niederlage bei Borussia Dortmund und der 15. Tabellenplatz nicht ohne Konsequenzen bleibt, hat sich Ernst Middendorp sich wohl denken können. Nachdem man in der vergangenen Woche noch knapp mit 0:1 den Bayern unterlegen gewesen war und ein gutes Spiel abgeliefert hatte, waren sich die Verantwortlichen sicher, dass auch ein Punkt in Dortmund möglich ist. Wie sich aber Arminia Bielefeld am Freitag präsentierte war desolat. Keine Zweikämpfe, kein Elan und mutloses Ergeben in eine Niederlage!
Noch am 5. Spieltag rangierte die Arminia auf Platz zwei der Tabelle und konnte sich erster Bayern-Jäger nennen. Sie setzten damit die Erfolgsserie fort, die schon in der vergangenen Saison begonnen hatte, wo man mit vier Siegen zwischen dem 30. und 33. Spieltag sich den Klassenerhalt sichern konnte. Der 48 jährige Middendorp besaß ein hohes Ansehen beim Verein und seinen Anhängern, wurde 2005 sogar anlässlich des 100 jährigen Jubiläums zum „Jahrhundert-Trainer“ der Arminia gewählt. Aber nach zuletzt 2:27 Toren in der Fremde, unter anderem ein 1:8 bei Werder Bremen, und einigen unglücklichen Auftritten des Trainers begann sein Stuhl mächtig zu wackeln und schließlich umzukippen. Bielefeld kassierte mit Abstand die meisten Gegentore in der Liga und konnte zuletzt vor heimischer Kulisse selten überzeugen. Das Amt des Interimstrainers übernimmt der Amateur-Coach Detlef Dammeier, damit in der Winterpause nach einem geeigneten Trainer Ausschau gehalten werden kann.
In der Geschichte der Bundesliga war es die 307. vorzeitige Trainerentlassung.
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