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Bundesligafussball

Der Fluch des Halbfinals

Halbfinale Deutschland gegen Frankreich bei der Europameisterschaft 2016

Frankreich jubelt. Am Sonntag darf die Grande Nation im Stade de France den Traum des Titels im eigenen Land wahr werden lassen. Zuvor besiegten die Franzosen im Halbfinale unsere Löw-Elf. Dabei nutzen Griezmann und Co. nahezu jede Chance, die ihnen geboten wurde. Deutschland verlor überlegen.


Bereits vor dem Spiel zwischen Deutschland und Frankreich gab es nur ein Gesprächsthema: Mit welcher Aufstellung und Formation lässt Bundestrainer Joachim Löw spielen? Nach der Gelbsperre von Mats Hummels und den Verletzungen von Sami Khedira und Mario Gomez waren einige Positionen noch offen. Auch die Personalie Bastian Schweinsteiger blieb lange Zeit fraglich, doch dieser meldete sich kurz vor dem Halbfinale fit. Joachim Löw brachte Benedikt Höwedes für Hummels in die Innenverteidigung, Emre Can rückte neben Schweinsteiger ins zentrale Mittelfeld. Davor agierten Julian Draxler und Mesut Özil, während Thomas Müller die Spitze der 4-3-3-Formation bildete.

Demhingegen konnten die Franzosen aus den Vollen schöpfen – sie hatten keine Ausfälle zu beklagen. Frankreichs Trainer Didier Deschamps nahm nach dem Viertelfinale gegen Island vorerst keine Änderungen vor.

Spielanalyse

Das Spiel begann mit einem wilden Schlagabtausch, den die Franzosen zu Beginn dominierten. Die anfängliche Offensivstärke der Franzosen und deren vorbildliches Angriffspressing verflachte jedoch nach etwa zehn Minuten und die DFB-Elf fand erfolgreich ins Spiel, das anfangs an ihnen vorbeizulaufen schien. In der 11. Spielminuten hatten Höwedes und Jérôme Boateng erstmals die Chance ohne gegnerischen Pressingdruck einen Spielzug zu eröffnen. Die deutsche Nationalmannschaft fand von Minute zu Minute besser ins Spiel und dominierte die Partie fortan.

Die Struktur der Deutschen im Spielaufbau wurde schnell deutlich: Der angeschlagene Bastian Schweinsteiger ließ sich vielfach zur linken Seite fallen, wodurch eine Dreierreihe entstand, bei der Jérôme Boateng über den rechten Halbraum nach vorn stoßen konnte oder zumindest genügend Zeit hatte, um einen seiner Diagonalpässe auszuführen. Die Löw-Elf stand eng – Frankreich fand keine geeigneten Mittel für ein Offensivpressing wie zu Beginn des Spiels. Das Team um Kapitän Schweinsteiger konnte sich mit enger Ballverarbeitung und Ballführung zwischen den französischen Linien behaupten und auf mannorientierte Angriffe reagieren. Auf diese Weise fand die Deschamps-Elf nicht zurück ins Spiel.

Dann jedoch der Schock für Deutschland: Jonas Hector klärte kurz vor der Pause etwas unnötig zum Eckball, bei dem dann Schweinsteiger mit der Hand den Ball berührte. Griezmann verwandelte den Elfmeter souverän zum 1:0 für Frankreich (45.).

Deutschland und Frankreich verzichteten nach der Halbzeit auf Wechsel. Die Löw-Elf versuchte mit der neuen Situation umzugehen. Mit langen Ballbesitzphasen konnten die Deutschen das Spiel weiter dominieren, obwohl es ihnen immer seltener gelang zwischen die Linien der Franzosen zu kommen, weshalb ihnen kaum mehr eine Torchance gelingen wollte.

Die Franzosen kamen jedoch noch einmal aufs Tor: Höwedes leitete mit einem fatalen Querpass im deutschen Strafraum das 2:0 ein. Pogba spielte Shkodran Mustafi aus, Neuer kam aus dem Tor, konnte den Ball jedoch nicht final klären und Griezmann schob ein (72.). Mit diesem Tor war das Spiel entschieden. Deutschland bekam zwar noch zwei Chancen, musste sich am Ende jedoch mit der Niederlage geschlagen geben.

Frankreich gewinnt, trotz einer dominierenden deutschen Mannschaft, 2:0 und zieht ins Finale der

Video: www.youtube.com/watch?v=YCv_MWnUuAs
Foto: Screenshot aus Video