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Bundesligafussball

Deutschland und Polen trennen sich torlos

Gestern Abend gab es die erste EM-Nullnummer in diesem Turnier. Das Spiel zwischen Deutschland und Polen, das so vielversprechend begann, endete leistungsgerecht 0:0. Deutschland startete zwar stark, doch im letzten Drittel blieben sie ungefährlich. Polen arbeitete sich zurück ins Spiel und hatte am Ende sogar Chancen auf einen Sieg.

Hummels kehrte zurück

Bundestrainer Joachim Löw nahm nach dem 2:0 gegen die Ukraine am vergangenen Sonntag nur eine Veränderung vor: Der von seinem Muskelfaserriss genesene Mats Hummels rückte neben Boateng in die Innenverteidigung. Dafür musste Shkodran Mustafi weichen. Mario Götze durfte trotz schwacher Leistung gegen die Ukraine auch gegen Polen beginnen.

Schon in der Anfangsphase überzeugte die DFB-Elf. Polens mannorientierte Pressingausrichtung bereitete vielen Mannschaften in der Vergangenheit Probleme. Da hielt die Löw-Elf sehr gut gegen. Die Defensive der deutschen Nationalmannschaft stand gut und agierte mutig. Das war in der EM-Vorbereitung noch anders und muss deshalb als großer Erfolg verbucht werden. Besonders gut gefallen hat uns wie schon im ersten Spiel gegen die Ukraine Jerome Boateng in der Innenverteidigung. Doch die DFB-Elf wurde schwächer statt stärker. Sie fanden kein Rezept für das Pressing der Polen und ließ immer mehr Chancen zu.

Polen mit starkem Lewandowski-Milik-Duo

In der zweiten Hälfte hatte Polen etwas mehr vom Spiel. Sie standen tiefer und Polens Arkadiusz Milik und Robert Lewandowski agierten besser zusammen als noch in der ersten Hälfte. Dadurch hatte die polnische Nationalmannschaft mehr Ballgewinne, konnte mehr kontern und hatte auch generell wieder mehr vom Spiel. Diese Konter drängten die Löw-Elf immer weiter in die eigene Hälfte zurück. Polen wirkte beweglicher als die DFB-Elf und Bayerns Lewandowski konnte den Ball einige Male gut festmachen. So kam Deutschland in der zweiten Hälfte kaum mehr zu Großchancen. Am Ende wollte aber auch auf der Gegenseite kein Ball ins Tor.

Deutschland beginnt stark und endet schwach

Polen spielte nicht unerwartete, dennoch fand die Mannschaft von Trainer Jogi Löw keinen perfekten Plan. Milik und Lewandowski sind ein gutes Duo, auch wenn sie zwei sehr ähnliche Spielertypen sind. Obwohl Deutschland gut begann, bekamen sie später Probleme gegen die Polen. Das Mittelfeld wirkte über lange Strecken unabgestimmt. Das verschlechterte sich in der zweiten Halbzeit weiter. Die beiden Wechsel (Schürrle für Götze Gomez für Draxler) sorgten zwar für mehr Variabilität aber nicht für mehr Torgefahr. Auch Thomas Müller blieb weitestgehend ungefährlich. Die Löw-Elf ließ einige Angriffe zu und spielte selbst kaum einen zu ende. Vor allem offensiv und in der Absprache zwischen den Reihen ist Verbesserungsbedarf zu sehen. Boateng sprach von „mehr Laufwege investieren“ nach dem Spiel – das kann man unterschreiben.

Foto: Starpress, 02275109, Patrick Becher
Video: www.youtube.com/watch?v=gHjZvPJssYk