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Bundesligafussball

DFB-Pokalfinale – Erste und letzte Titelchance für Rangnick

Berlin – Eine dritte Trainer-Tätigkeit bei RB Leipzig schließt Ralf Rangnick aus, es würde ja auch ein Scheitern seines Nachfolgers Julian Nagelsmann voraussetzen.

Somit ist das Pokalfinale an diesem Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) sein letztes RB-Spiel als Coach. Ob er bei einem anderen Club oder bei einem Nationalteam nach Ablauf seines Vertrages 2021 nochmal an der Seitenlinie steht, lässt er offen. Um das auszuschließen fühle er sich noch zu jung und noch zu fit. Das Arbeitstier hat noch ehrgeizige Ziele.

«Der Satz „der Weg ist das Ziel“ trifft es sehr genau. Es ist doch so, dass Menschen, die bestimmte Ziele erreicht haben, von genau diesem Zeitpunkt an direkt auf der Suche nach dem nächsten Ziel sind», sagte der 60 Jahre alte Sportdirektor und Noch-Cheftrainer von RB Leipzig in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

In nur sieben Jahren hat Rangnick aus einem Viertligisten einen zweimaligen Champions-League-Starter und einen DFB-Pokalfinalisten geformt. Der Chefstratege und Vordenker beim Projekt RasenBallsport geht immer voran, begrüßt alle Angestellten immer mit Handschlag und Augenkontakt. Das sei ihm wichtig. Betriebsblindheit kennt Rangnick nicht. «Es sind die Dinge, die am Wegesrand liegen, die das Leben spannend und interessant machen», betonte er.

Besonders und am meisten geprägt für seine Rolle im Fußball-Geschäft hat ihn die Begegnung mit Mentor Helmut Groß Mitte der 1980er Jahre, «insbesondere meine Denkweise in Bezug auf die taktische und fachliche Ausrichtung sowie den Umgang mit Spielern», erinnerte sich Rangnick.

Auch wenn er mit Hilfe der Red-Bull-Millionen fast alle Weichen an der Pleiße neu gestellt hat – diese Chance hat der Schwabe mit dem Slogan «Ich gehe mit dem Geld um, als wäre es meins» wie kein anderer genutzt. Andere Chefs wie Dietmar Beiersdorfer oder Thomas Linke scheiterten bei ihren Versuchen. Es ist die Detailtreue, die Rangnick voranbringt, denn es ist «schwer eine Meisterschaft oder einen Turniersieg zu planen», sagte Rangnick, «auf der anderen Seite ist die Entwicklung von Spielern, Trainern und das Schaffen einer erfolgversprechenden Struktur sehr wohl planbar».

Denn laut Rangnick führen genau diese Faktoren dazu, «dass die Wahrscheinlichkeit für Erfolg erhöht wird. Das ist meine Philosophie. Verbesserungen in allen Bereichen, und seien sie auf den ersten Blick noch so klein, führen in ihrer Summe zu großen Veränderungen». Eine Garantie gab er zum zehnjährigen Jubiläum am vergangenen Sonntag: «Wir sind nach wie vor auf einem guten Weg und ich verspreche Ihnen, dass unsere Entwicklung noch nicht zu Ende ist.»

Nach seinem Europa-Hattrick in drei Jahren Bundesliga will er sich «dauerhaft unter den Top-Vier bewegen» und sich «international auch mit den großen Clubs in Europa messen». Für RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff ist ein Rangnick-Abschied derzeit «schwer vorstellbar», betonte er in einem Interview mit der Wochenzeitung «Die Zeit». «Den Erfolg, den wir haben, verdanken wir nicht zuletzt Ralf Rangnick.»

Nur eins ist für die Tätigkeit ab Sommer als Sportdirektor noch unklar: Welche Kompetenzen hat Rangnick dann? «Wie mein Aufgabengebiet dann ab der nächsten Saison aussieht, werden wir noch gemeinsam besprechen», sagte er. Rangnick will die Red-Bull-Clubs in Brasilien und New York international vernetzen, um langfristig «die Lücke zu Bayern und Dortmund zu verkleinern». Dafür könne er nur strategische Vorteile nutzen, finanziell lägen die anderen Clubs noch vorne.

«Wir haben kein Kompetenzgerangel, im Gegenteil, es geht darum, was macht er außerhalb des Bereichs Sportdirektor», sagte Mintzlaff am Freitag im ZDF-Morgenmagazin und betonte: «Er ist der sportliche Motor und das wird er auch in der kommenden Saison bleiben.»

Fotocredits: Carmen Jaspersen
(dpa)

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