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Bundesligafussball

Eintracht-Dilemma in Rom: Gut auftreten und Kräfte schonen

Rom – Eintracht Frankfurt steckt vor dem letzten Gruppenspiel der Europa League bei Lazio Rom in einem Dilemma. Sportlich geht es um nichts mehr, aber herschenken kann der Tabellenführer aus Hessen am Donnerstag (18.55 Uhr) die Partie auch nicht.

Nach zwei Bundesliga-Niederlagen sind die Senkrechtstarter der Saison in ein erstes Tief geraten. «Wenn man noch einmal verliert, kann das psychologisch nicht so günstig sein», sagte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner angesichts des harten Endspurts mit Spielen gegen Bayer Leverkusen, Mainz 05 und Bayern München bis zur Weihnachtspause.

Außerdem wollen die rund 8500 Eintracht-Fans, die unter 17.000 Bewerbern ein Ticket für einen Platz im Stadio Olimpico ergattern konnten, auch auf ihre Kosten kommen. «Es war ja nicht geplant, dass wir schon im vorletzten Spiel alles klar machen konnten, dennoch müssen wir ein ordentliches Spiel abliefern», sagte Hübner. Vor den drei schweren Liga-Duellen und noch einer Englischen Woche müsse man mit den Kräften haushalten. «Nichtsdestotrotz wollen wir eine gute Truppe aufbieten und auch in Rom ein Highlight bieten.»

Wird Frankfurts Trainer Adi Hütter trotzdem ein B- oder C-Team gegen den italienischen Erstligisten auf den Platz schicken? «Sicher wird es ein Mix. Wir werden eine Truppe aufbieten, die wettbewerbsfähig sein wird und zeigt, warum wir mit fünf Siegen Gruppenerster sind und die Europa League so ernst nehmen», versicherte Hübner. Andererseits wird Hütter rotieren und Topkräften eine Pause gönnen müssen, auch wenn er dadurch den sechsten Sieg und damit einen Rekord verspielt: Denn so viele Erfolge schaffte noch kein deutscher Fußball-Club in der Gruppenphase der Europa League.

Sicher ist, dass Frederik Rönnow für Kevin Trapp ins Tor rückt. «Es ist eine harte Zeit, es ist schwer für jeden, der nicht spielt. Nun freue ich mich auf die Spielminuten in Rom», sagte der dänische Keeper, der nach einer Knieverletzung Trapp weichen musste. Er hofft, dass sein Team «nach zwei Niederlagen wieder in die Spur kommt».

Wegen einer Verletzung wird Carlos Salcedo ausfallen und wohl von Marco Russ ersetzt werden. Mit Sicherheit wird auch Verteidiger Danny Da Costa pausieren, der seit Saisonstart jedes Spiel bestritt. Ein Kandidat für die Bank ist Vize-Weltmeister Ante Rebic, der nach der WM in Russland nicht absolut fit ist. Anwärter für die Startelf sind zudem Jetro Willems, Mijat Gacinovic, Marc Stendera, Simon Falette, Nicolai Müller oder Taleb Tawatha.

Wichtiger als die Kür in Rom ist für den Tabellenfünften nach der Rückkehr die Pflicht in der Liga. «Wir wollen so lang wie möglich vorne dabei bleiben, die gute Hinrunde positiv abschließen und mit diesem Schwung in die Rückrunde gehen», sagte Hübner.

Mehr Sorgen als eine mögliche Niederlage bei Lazio bereitet den Verantwortlichen die Sicherheit der Eintracht-Fans, deren Zahl noch um Tausende Anhänger anwachsen könnte, die auch ohne Ticket nach Italien reisen wollen. «Natürlich ist Rom kein einfaches Pflaster und ein gefährliches», warnte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann angesichts der als gewaltbereit bekannten Anhänger von Lazio, die bereits beim Hinspiel im Oktober mit denen aus Frankfurt aneinandergerieten.

Die Polizei hat umfängliche Sicherheitsmaßnahmen wie den Bustransport aller Eintracht-Fans mit Tickets von der City zum Stadion oder Glasverbot auf öffentlichen Straßen angeordnet. Zudem rät Hellmann dem Clubanhang, am Spieltag «in Alltagskleidung» durch Rom zu spazieren und nicht mit Trikots und Schals von Eintracht Frankfurt.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Lazio Rom: Strakosha – Wallace, Acerbi, Radu – Patric, Parolo, Badelj, Milinkovic-Savic, Lulic – Caicedo, Immobile

Eintracht Frankfurt: Rönnow – Hasebe, Falette, Russ – Stendera – Müller, Willems, Gacinovic, Tawatha – Jovic, Haller

Schiedsrichter: Halil Umut Meler (Türkei)

Fotocredits: Thomas Frey
(dpa)

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