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Bundesligafussball

EM: Underdog Wales?

Zu den größten Überraschungen sorgte während der aktuellen Europameisterschaft wohl die Mannschaft aus Wales. Nach dem 3:0 Sieg gegen Russland rauschen die Waliser als Gruppenerster der Gruppe B ins EM-Achtelfinale.


Überraschung von der Insel: Nordirland, Irland und Wales qualifizieren sich für das EM-Achtelfinale 2016. Besonders Wales konnte spielerisch begeistern. Das Team um Real Madrids Gereth Bale (Marktwert: 80 Millionen Euro) agierte defensiv stabil und konterstark. Ist für das kleine Land von der Insel womöglich sogar Hoffnung auf erfolgreiches Weiterkommen in der K.o.-Phase berechtigt?

Die walisischen Stärken

Das Team von Trainer Chris Coleman scheint die Startelf gefunden zu haben. Coleman stellte lediglich auf einer Position um: Hal Robson-Kanu übernahm für Sam Vokes.

Wales zeichnete im bisherigen Turnier vor allem ihre Flexibilität aus. Wales agiert weder starr noch voraussehbar. Stattdessen passen sie sich kollektiv jeder Situation neu an. Besonders auffällig ist vor allem das Dreieck aus Bale, Ramsey und Allen im walisischen Spiel. Gegen Russland agierte die Coleman-Elf besonders clever. Die Flügelverteidiger Taylor und Gunter orientierten sich recht klar an den russischen Außenverteidigern Smolnikov und Kombarov und rückten immer wieder auf diese heraus, was eine verschobene Viererkette bzw. auch mal eine Dreierkette zur Folge hatte. Defensiv agierten die Waliser zuverlässig, füllten jede Lücke und ließen kaum eine Chance der Russen zu. Wales tritt als Team auf: sie wirken auf einander abgestimmt – ihre Bewegungen passen zueinander. Die Männer von der Insel sind einfallsreich, variabel und hoch motiviert. Auf diese Weise können sie noch sehr gefährlich werden…

Underdog Wales wie einst Griechenland?

Spielerisch würde man den Walisern Unrecht tun, würde man sie mit der griechischen Nationalmannschaft von 2004 vergleichen. Dennoch sind und waren beide Teams Underdogs, die plötzlich in der K.o.-Runde standen. Zur Erinnerung: Griechenland gewann unter Trainer Otto Rehhagel die Europameisterschaft 2004 in Portugal. Dabei wuselten sich die Griechen ohne Glanzleistung bis ins Finale gegen den Gastgeber und gewannen, wie schon alle Partien zuvor mit einem knappen 1:0. Damit sorgte Griechenland für die wohl größte Sensation im europäischen Fußball.

Können das die Waliser auch?

Möglich ist es. Bislang konnte kaum ein Team wirklich überzeugen. Da stehen die Chancen für einen Underdog gar nicht mal so schlecht. In ihrer Gruppe traf die Coleman-Elf auf England, Russland und die Slowakei. Am Ende stellt sich dann nur noch die Frage, ob sie auch mit den ganz Großen mithalten können.

Doch erst mal geht es für die Waliser am Samstag um 18:00 Uhr ins Duell gegen Nordirland. Hier gilt der Gruppenerste als Favorit.

Bild: Thinkstockphotos, iStock, 500807190, TimAwe