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Bundesligafussball

Europacup-Finale: Viel Politik – und jetzt endlich Fußball

Baku – Granit Xhaka hatte genug. Der frühere Mönchengladbacher Fußball-Profi saß auf dem Podium, um über das erste Europapokal-Finale seiner Karriere zu sprechen. Doch dann kamen wieder vor allem Fragen zu Henrich Mchitarjan.

«Natürlich sind wir enttäuscht darüber, dass er nicht hier ist», sagte der Schweizer dann: «Aber wir haben in den letzten Tagen sehr viel über Micki gesprochen und über Politik. Jetzt wird es Zeit, wieder über Fußball zu sprechen. Wir wollen den Pokal gewinnen, natürlich auch für ihn.»

Die Diskussionen um den Ex-Dortmunder Mchitarjan haben das Sportliche vor dem Europa-League-Finale zwischen den englischen Premier-League-Rivalen FC Chelsea und dem FC Arsenal am heutigen Mittwoch (21.00 Uhr MESZ/RTL, Nitro und DAZN) in den Hintergrund gedrängt. Mchitarjan hat wegen der politischen Spannungen zwischen seinem Heimatland Armenien und Ausrichter Aserbaidschan auf die Reise nach Baku verzichtet.

Das taten auch viele englische Fans. Zuerst beklagten die Fangruppen die nur rund 6000 Tickets pro Verein als «lächerlich», dann schickten sie rund die Hälfte der Karten zurück. Weil die Reise in den Kaukasus für die meisten zu beschwerlich und zu teuer war. So drohen im rund 68.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion einige leere Plätze.

Dabei bietet das Spiel sportlich viel Reizvolles: Arsenal könnte mit seinem ersten Europacup-Titel seit 25 Jahren die Champions-League-Teilnahme retten, die Chelsea schon sicher hat. Erstmals wird in der Europa League der Videobeweis eingesetzt. Erstmals treffen in diesem Wettbewerb zwei Vereine aus einer Stadt aufeinander.

Arsenals Teammanager Unai Emery hat den Pokal schon dreimal mit dem FC Sevilla gewonnen. Und in Arsenal-Keeper Petr Cech steht einer der besten Torhüter der vergangenen beiden Jahrzehnte vor seinem letzten Spiel. Das er möglicherweise auf der Bank verbringt, weil darüber gemunkelt wird, dass er Sportdirektor werden soll – ausgerechnet bei Chelsea. Spielt Cech nicht, ersetzt ihn wie in der Liga Nationaltorhüter Bernd Leno, neben Mesut Özil und Shkodran Mustafi einer von drei Deutschen bei Arsenal. Chelseas Antonio Rüdiger fehlt verletzt.

Für genug Brisanz ist also auch abseits der politischen Diskussionen gesorgt. Und vielleicht geht zumindest ab 21.00 Uhr am Mittwoch Xhakas Wunsch in Erfüllung und es wird vor allem wieder über Fußball geredet.

Fotocredits: Arne Dedert
(dpa)

(dpa)

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