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Bundesligafussball

Hans Meyer

An manchen tristen Tagen des Bundesliga-Alltages verbreitet ein Mensch dank seiner gewandten Rhetorik immer wieder gute Laune – Hans Meyer. Statt der allseits üblichen Floskeln antwortet er immer mi einem Schuss Ironie und Sarkasmus, von denen auch seine Spieler nie verschont werden. So mancher Reporter, gerade wenn er jüngerer Natur ist, wird vom alten Herrn gern mit Gegenfragen bombardiert und somit völlig aus dem Konzept gebracht. Diese Leichtigkeit lässt so mancher Übungsleiter der Bundesliga vermissen, aber vermutlich muss man auch erst alles mit gemacht haben, um derart entspannt den täglichen Rummel ertragen zu können.

Wer jetzt aber denkt, Hans Meyer sei immer zu Späßen aufgelegt, der täuscht sich gewaltig. Manchmal tanzt er wie Rumpelstilzchen an der Seitenlinie entlang und erweckt den Eindruck, wenn er dürfte, würde er den Spieler sofort erschlagen. Auch im Training agiert Meyer selten als der stille Beobachter, im Gegenteil, laute Kommandos, Schimpftiraden und Wutausbrüche können immer wieder beobachtet werden.

Dabei hat der heute 65jährige erst mit dem Nürnberger Pokalsieg sein Meisterstück im deutschen Fußball abgeliefert. Zuvor schmückten lediglich zwei DDR-Meistertitel (Jena) als Spieler, drei FDGB-Pokalsiege (Jena) und der Aufstieg in Bundesliga (Mönchengladbach) seine Vita. Der wohl beachtlichste Erfolg seiner Karriere gelang Meyer mit dem Europapokalsieg der Pokalsieger mi Carl-Zeiss-Jena. Weitere Trainerstationen waren der Chemnitzer FC, Union Berlin, Twente Enschede und Hertha BSC. Die Berliner bewahrte der Erfolgscoach vor dem Abstieg und erfreut sich dort noch heute einer riesigen Fangemeinde.

Auch bei seiner jetzigen Station bewahrte er den „Club“ zunächst vor dem Abstieg, um ihn in der folgenden Saison zum sechsten Tabellenplatz und Pokalsieg zu führen. Auch wenn es in dieser Saison noch nicht sonderlich erfolgreich läuft, sitzt Hans Meyer bei den Franken immer noch fest im Sattel. Die Verantwortlichen sind sich sicher, dass Meyer das Team aus der Abstiegszone führen kann. Das entspricht der momentanen Strategie vieler Bundesligisten, die trotz Misserfolge an ihrem Trainer festhalten (Rostock, Duisburg, Stuttgart).
Es wäre ja auch schade, wenn die Bundesliga um die Kultfigur Hans Meyer ärmer wäre.