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Bundesligafussball

Hoeneß: Bundesliga-Europacup-Schwäche nur «Momentaufnahme»

Düsseldorf – Bayern-Präsident Uli Hoeneß macht sich trotz der jüngsten Enttäuschungen im Europacup keine Sorgen um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Fußball-Bundesliga.

«Wir diskutieren immer über Momentaufnahmen, wir müssen das Ganze über einen längeren Blickwinkel sehen. Die Bundesliga steht gut da, die meisten Vereine schreiben schwarze Zahlen», sagte Hoeneß in Düsseldorf beim Branchenkongress SpoBis.

Hoeneß rechnet damit, dass wie derzeit in Italien auch bald beim Marktführer in England die Milliarden-Einnahmen aus den Medienrechten wieder sinken. «Dann wird das ganze Spiel wieder von vorn losgehen», sagte der Vereinschef der Münchner. Allerdings müsse die Bundesliga ihre Hausaufgaben machen, sich sportlich steigern und mehr Spieler aus den Nachwuchsleistungszentren gewinnen, mahnte Hoeneß.

In dieser Saison scheiterten 1899 Hoffenheim, Hertha BSC und der 1. FC Köln früh in der Europa League, der SC Freiburg war sogar schon in der Qualifikationsrunde ausgeschieden. Borussia Dortmund und RB Leipzig verpassten in der Champions League den Achtelfinal-Einzug und stiegen in die Europa League ab. Nur die Bayern sind in der Königsklasse noch dabei. Dagegen erreichten alle fünf englischen Clubs die K.o.-Phase der Champions League.

In der Bundesliga glaubt Hoeneß im Kampf um die Meisterschaft auf Sicht durchaus an Konkurrenz. «Es wird nicht auf alle Zeit so sein, dass der FC Bayern da oben ist», sagte er und fügte an: «Es gibt immer Möglichkeiten, ranzukommen. Es ist noch nicht lange her, dass uns Red Bull Leipzig auf der Pelle saß oder Dortmund fünf Punkte vor uns war.»

Vizemeister Leipzig oder den BVB sieht Hoeneß auch in Zukunft als größte Rivalen. Bei RB sei dies aber eine Grundsatzfrage. «Ich habe Dietrich Mateschitz gesagt, er müsste mal ein paar Millionen aus der Formel 1 in Leipzig stecken, dann könnten sie uns angreifen. Aber sie wollen dabei bleiben, nur Spieler bis 23 zu holen. Da habe ich gesagt: Mit der Jugend-Mannschaft werdet ihr uns nicht packen.»  Red-Bull-Gründer Mateschitz hatte das Projekt Profifußball in Leipzig 2009 initiiert.

Für den BVB wollte Hoeneß «eine Lanze brechen. «Diese Unruhe, wenn dich wahnsinnige Berater vor sich hertreiben, wird es nicht jedes Jahr geben», erklärte er. «Wenn dort wieder Ruhe einkehrt, wird Borussia Dortmund schnell wieder ein ernster Herausforderer sein», sagte Hoeneß.

Die Chance auf einen Verbleib von Jupp Heynckes als Trainer des FC Bayern bezifferte Hoeneß auf «im Moment bei zehn Prozent». «Aber ich gebe nicht auf», sagte er. Trotz des mehrfach betonten Unwillens von Heynckes, über das Saisonende hinaus als Chefcoach zu bleiben, setzt Hoeneß sein Werben um den 72-Jährigen unvermindert fort.

Heynckes sei die beste Lösung, weil er den bevorstehenden Umbruch bei den Münchnern perfekt moderiere, sagte Hoeneß. «Wenn ich einen Trainer malen sollte, dann wäre der sehr ähnlich dem Josef Heynckes aus Schwalmtal», fügte der Bayern-Vereinschef hinzu.

Triple-Trainer Heynckes war in dieser Saison nach dem Rauswurf von Carlo Ancelotti als Nothelfer aus dem Ruhestand nach München zurückgekehrt. Mit Blick auf sein Alter und seine erkrankte Frau hatte der Erfolgscoach aber mehrfach versichert, nicht für ein weiteres Jahr zur Verfügung zu stehen. Das Werben der Bosse um ein längeres Engagement hatte er zurückgewiesen.

Fotocredits: Roland Weihrauch
(dpa)

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