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Bundesligafussball

Im europäischen Vergleich – Konkurrenz adé?

Gerade erst konnte die Bundesliga zur Winterpause einen Transferrekord verbuchen und steht im europäischen Vergleich hinter der englischen Premier League auf dem zweiten Platz – was größtenteils an den 32 Millionen Euro liegt, die der VfL Wolfsburg für André Schürrle aufwendete -, doch nach dem neuesten Deal der Briten wirkt die Bundesliga wie ein kleiner Fisch.
Flagge der EU

Premier League macht 9,5 Milliarden durch TV-Deal

Das Wirtschaftssystem der deutschen Klubs ist vorbildlich, die Liga prüft die finanzielle Lage der Vereine und sicheres Wirtschaften steht an erster Stelle. Verspätete Gehälter oder marode Stadien gibt es in den deutschen Spitzenligen nicht. Dennoch verfügen Premier League und die spanische Primera Division über mehr Mittel – das liegt vor allem an Mäzenen, von denen Abramowitsch nur der erste war.

Aber in der Bundesliga geht auf finanzieller Ebene schon die Sorge mit einigen Vereinen durch. Die Aufweichung der 50+1 Regel spricht Bände: So dürfen Investoren Mehrheitseigner an Vereinen werden, wenn sie sich nur langfristig genug engagiert haben. Dietmar Hopp und sein Projekt Hoffenheim sind das erste Beispiel, ihm könnte bald Martin Kind in Hannover folgen. Auch andere Beispiele wie RB Leipzig könnten hierzulande Schule machen, wo Brausehersteller Red Bull das Regelwerk der DFL einfach umspielt hat. Gerade um hier auch die Chancengleichheit kleinerer Vereine zu wahren, wäre eine Erhöhung der TV-Gelder existentiell. Der neue Deal der Premier League bringt der ganzen Liga ab 2016 3,2 Milliarden Euro pro Jahr, die DFL muss mit nur 835 Millionen Euro planen.

Finanzielles Ungleichgewicht und Umgehung des Financial Fairplay

Regulatoren wie die UEFA werden durch den britischen Deal ausgehebelt. Das Financial Fairplay, das Vereinen vorschreibt, nur die Einnahmen ausgeben zu dürfen, ist durch die erhöhten Einnahmen ad absurdum geführt. Nun haben die hohen TV-Erlöse der Engländer auch in der internationalen Begehrtheit der Liga ihre Wurzeln, doch die Bundesliga ist bereit, weitere Zugeständnisse einzugehen, um selbst mehr Gelder zu generieren.

Seit jeher ein Streitpunkt zwischen Fernsehstationen und Fans ist die Auffächerung des Spieltags. So machen mehr Anstoßzeiten Übertragungen attraktiver, allerdings Stadienbesuche weniger planbar. In England und Spanien ist ein aufgefächerter Spieltag längst gang und gäbe. Will die Bundesliga in Zukunft konkurrenzfähig im europäischen Wettbewerb bleiben, wäre dies aber ein Schritt. Auch unter den Managern der Teams aus erster und zweiter Bundesliga herrscht hierüber Uneinigkeit, denn schließlich will man die lebendige Fanszene und die vollen Stadien nur ungern hergeben. Auch nicht für mehr Millionen, deren Gros ohnehin der Ligaspitze vorbehalten bliebe.

Geld schießt (keine) Tore

Derzeit bleibt der deutschen Bundesliga aber nichts übrig als auf England zu warten. Dass die Premier League seit Jahren höhere Gehaltskosten aufwendet und absurde Millionengehälter und -ablösen auch für mittelmäßige Spieler zahlt, ist nichts Neues. Und bisher konnte die Bundesliga mithalten, denn die Attraktivität einer Liga hängt nicht alleine an den TV-Geldern. Auch volle Stadien, eine transparente Liga und zuverlässige Arbeitgeber bewegen Kicker nach Deutschland: Wie etwa Weltmeister André Schürrle.

Foto: Thinkstock, iStock, nyul