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Bundesligafussball

Köln ist heiß auf angeschlagenen BVB – Ruthenbecks Vorfreude

Köln – Stefan Ruthenbecks Augen strahlten, als er auf die nächste Aufgabe in der Fußball-Bundesliga angesprochen wurde. Der Trainer des 1. FC Köln sagte: «Ja klar, das ist ein besonderes Spiel.»

Eine Begegnung voller Brisanz, die am Freitag im RheinEnergieStadion ansteht: «Effzeh» gegen Borussia Dortmund, Ruthenbeck gegen seinen Vorgänger Peter Stöger, der Hoffnungsmacher gegen den Liebling der FC-Fans – und ein sportlich höchst interessantes Duell zwischen dem erstarkenden Tabellenletzten und dem angeschlagenen BVB.

«Ich freue mich riesig darauf!» – Ruthenbecks Aussage wundert niemanden. Denn vielleicht kann er dann zeigen, dass auch er einer werden kann, dem sie in Köln irgendwann huldigen werden. In der kurzen Phase seit seiner Amtsübernahme von Stöger am 3. Dezember hat er aus einem vermeintlich sicheren Abstiegskandidaten eine Mannschaft gemacht, die an sich glaubt, die sich gegen den sechsten Abstieg wehrt.

Zehn von zwölf möglichen Punkten holten die Kölner aus den zurückliegenden vier Partien. Den vierten Bundesligasieg nacheinander – wie zuletzt im Herbst 2000 unter Ewald Lienen – verhinderte der FC Augsburg. Ruthenbeck wollte das Unentschieden nicht als Rückschlag verstanden wissen. «Nur 1:1? Nee!», sagte er. Seine Interpretation: Der FC hat wieder einen Punkt mehr bei seinem Aufbäumen.

Ruthenbeck lebt vor, dass er alles dafür tun will, den FC vor dem Niedergang zu bewahren. Im Gegensatz zu dem fast immer sachlich-zurückhaltenden Österreicher Stöger ist der gebürtige Kölner geradezu ein Heißsporn und will alle rund um das Geißbockheim so heiß machen, dass das Unternehmen Klassenverbleib gut endet.

Nach dem 1:1 vor 49 900 Zuschauern, bei dem der Kölner Milos Jojic (40.) und der Augsburger Caiuby (77.) getroffen hatten, stand Ruthenbeck mit durchgedrücktem Rücken Rede und Antwort. Er untermauerte, dass er willens ist, nicht aufzugeben. Er will Vorbild sein, will das Team so pushen, dass es nicht untergeht.

So hat der FC den Abstand in den vergangenen Wochen verkürzt und an diesem Spieltag im Vergleich zu den norddeutschen Teams auf den nächsthöheren Rängen zumindest nichts an Boden verloren. Aus den drei Zählern, die Stöger holte, sind mittlerweile 13 geworden. Der HSV ist drei, Bremen auf Relegationsplatz 16 noch vier Punkte weg. Indes ist Ruthenbeck weiter bewusst, was er schon seit seiner Beförderung vom U19-Mann zum Chef von sich gab: Jedes Spiel ist ein Endspiel.

Und jedes Zählerchen stärkt den Glauben der Kölner, dass sie es schaffen können. «Wir haben nicht verloren. Und das ist erstmal wichtig», befand Torwart Timo Horn. «Ein Punkt ist in Ordnung», kommentierte Rechtsverteidiger Frederik Sörensen.

Ausgerechnet der Mann, der beim 1:0 seinen ersten Saisontreffer erzielte, hielt sich am intensivsten zurück: der einstige BVB-Profi Jojic. «Das ist ein ganz normales Spiel» – so bewertete der Serbe die Auseinandersetzung am Freitag mit der Borussia. Und: «Ich persönlich muss kein Tor und keinen Assist machen, wenn die Mannschaft drin bleibt.»

Fotocredits: Federico Gambarini
(dpa)

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