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Bundesligafussball

Lieber HSV, was läuft denn da weiter schief?

48 Millionen Euro würden in der kommenden Saison für den Hamburger Sportverein an Spielergehältern anfallen, wenn sich nicht dringend etwas ändert. Schon lange ist die Rede von Spielerverkäufen, doch bisher konnte nur Heung Min Son (wie bereits berichtet) für 10 Millionen Euro verkauft werden. Jeffrey Bruma ist zu seinem Stammverein, dem FC Chelsea, zurückgekehrt, und kostet den Bundesliga-Dino damit kein weiteres Gehalt. Das aber war es auch schon an Abgängen.



Vorerst ein Transferstopp an der Alster

Der frische HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer hat nach den letzten Ausgaben nun erst einmal ein Transferstopp vom Aufsichtsrat verhängt bekommen. Grund ist die finanziell schlechte Lage des Vereins, die seit Jahren immer schlimmer wird. Etwa 20 Millionen Euro sollen die Hamburger in den letzten drei Saisons an Schulden angehäuft haben. Nun steht fest: Bis zum Ende der Transferfrist am 31. August muss der HSV über 10 Millionen Euro einsparen und einnehmen. Gelegen kommt da die Absage vom Wunschkandidaten Roque Santa Cruz. Dieser lehnte das Angebot der Hamburger am Dienstag nach langer Bedenkzeit aus persönlichen Gründen ab.

Dennoch wurden Transfers getätigt, die im Verein sehr umstritten waren. So kam ein Jacques Zoua vom FC Basel für eine Ablöse von einer Million Euro. Ausgeliehen wurde der Innenverteidiger Johan Djourou vom FC Arsenal, für den eine Leihgebühr in Höhe von 750.000 Euro fällig wurde. Hinzu kommen die Gehälter. Vor der Verpflichtung gab es deshalb drei Gegenstimmen aus den Reihen des Aufsichtsrates. Grund war hier nicht die mangelnde Spielerqualität, sondern die finanzielle Sorge.


Sechs Spieler sollen gehen

Sollte es bei dem aktuellen Kader bleiben, müsste der HSV 30 Profis bezahlen. Addiert käme das auf eine Summe von etwa 48 Millionen Euro an Spielergehältern. Im Budget sind aber maximal 41 Millionen angedacht. Aus diesem Grund müssten Spieler verkauft werden. Auf der Liste stehen da genau sechs Namen (Marcus Berg, Robert Tesche, Gojko Kacar, Michael Mancienne, Slobodan Rajkovic und Paul Scharner). Das Problem an der Sache: Nur wenige von ihnen wollen auch wirklich gehen.

Ein Gojko Kacar zum Beispiel, würde bei einer weiteren Saison beim Bundesliga-Dino anstelle der vorherigen 1,5 Millionen Euro, 1,8 Millionen Jahresgehalt kassieren. So zumindest wurde es damals von Ex-Boss Bernd Hoffmann vertraglich festgelegt. Ein Grund für ihn, eine weitere Saison auf der Bank zu sitzen. Für Marcus Berg und Robert Tesche jedoch sollen bereits Angebote vorliegen.


Lasse Sobiech als Leidtragender der Krise?

Lasse Sobiech (Borussia Dortmund) ist nun schon seit Wochen bei den Hamburgern im Gespräch. Dieser sagte sogar kürzlich zur Bild, dass er sich längst mit dem HSV einig sei. Die finanzielle Lage aber ist der Grund, weshalb noch kein Transfer über den Tisch gegangen ist. Der deutsche Innenverteidiger schwebt damit im Unklaren und ist der unverdiente Verlierer. Ihm sei zu wünschen, dass der HSV bald Klartext spricht.

Bild: privat