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Bundesligafussball

Müller hadert mit dem Fußball-Gott

München – Die Szene war bezeichnend für die aktuelle Misere von Thomas Müller. Und sie könnte die Chancen des Fußball-Weltmeisters auf einen Startelfeinsatz gegen den FC Arsenal schmälern.

Bei der Champions-League-Generalprobe des FC Bayern in Ingolstadt hatte Müller kurz nach der Pause den Torschrei schon auf den Lippen. Aber der von Torhüter Martin Hansen noch abgewehrte Ball trudelte mit so starkem Drall Richtung Torlinie, dass ihn ein FCI-Verteidiger noch kurz davor klären konnte. Müllers ratloser Blick ging zum Himmel.

«Das beschreibt vielleicht auch ein bisschen meine Situation, dass sich der Ball vom Tor wegdreht. Das ist so ein bisschen Piesacken von oben», sagte Müller. Er haderte bei der Aktion sehr viel mit dem Fußball-Gott, aber auch ein wenig mit sich selbst. «Vielleicht hätte ich auch besser schießen können.» Müller zweifelt nicht grundsätzlich an seinen Fähigkeiten und seinem Torinstinkt. Aber er denkt beim Abschluss aktuell eben mehr nach als in früheren Erfolgsphasen.

Die Leichtigkeit ist weg. In dieser Saison will es im Trikot des FC Bayern bei ihm mit dem Toreschießen einfach nicht klappen. Ein mickriges Tor steht nach 20 Spieltagen auf seinem Bundesliga-Konto. Immerhin zwei sind es nach sechs Partien in der Champions League.

Am Mittwoch (20.45 Uhr) kommt der FC Arsenal nach München. Und in dem Achtelfinal-Hinspiel gegen die Gunners aus London könnten die Bayern einen Müller in Topform gut gebrauchen. Mit 38 Toren ist Müller der erfolgreichste deutsche Königsklassen-Torschütze, er ist damit auch die Nummer 1 im Bayern-Kader. In der ewigen Rangliste liegt Müller an Position zwölf, direkt vor seinem Münchner Kollegen Robert Lewandowski (37 Tore), der gegen Arsenal als Angreifer für die Startelf von Trainer Carlo Ancelotti gesetzt ist.

Müller ist dagegen vor einem großen Spiel mal wieder Wackelkandidat. Die Ingolstädter Torszene ohne Happy End könnte gegen ihn verwendet werden, sie könnte aber auch für ihn sprechen. Denn der 27-Jährige scheint kurz davor, dass der Tor-Knoten bei ihm platzt. «Ich habe mich da gut durchgetankt», bemerkte Müller. Und kurz vor Schluss war es seine Flanke, die Arturo Vidal zum 1:0 verwertete. «Wir sind immer dran», sagte Müller zum spät erzwungenen Sieg in der Bundesliga. Auch er bleibt dran, hieß das – sofern ihn Ancelotti gegen Arsenal lässt.

Fotocredits: Armin Weigel
(dpa)