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Bundesligafussball

Philipp Lahm fehlt!

Aktuell sorgen sich viele Fans um das gute Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2016 in Frankreich. Besonders die Abwehr scheint nicht stabil genug und immer wieder fehlt Er: Philipp Lahm!

Schwarz und Weiß sind nicht nur die Farben des Trikots: Vor Beginn der Europameisterschaft in Frankreich gibt die DFB-Elf ein Bild der scharfen Kontraste ab. Große Sorgen, große Hoffnungen.

Klar, als amtierender Weltmeister fällt Deutschland automatisch eine Favoritenrolle zu. Dass die Mannschaft vor zwei Jahren in Brasilien den Rest der Welt mit Zauberfußball begeisterte (vor allem, aber nicht nur beim 7:1 Sieg gegen die Gastgeber), daran werden sich die anderen 23 Teams erinnern, die ab heute Abend in Frankreich antreten. Wird Deutschland aber zurecht als Titelanwärter angesehen?

Zunächst muss man feststellen: Noch immer ist die Lücke nicht geschlossen, die der Kapitän der Weltmeistermannschaft 2014 hinterlassen hat. Philipp Lahm war sowohl der beste Links- als auch Rechtsverteidiger, den Deutschland in den vergangenen zehn Jahren hatte. Dazu muss man wissen, dass den Außenverteidigern im modernen Fußball eine entscheidende Rolle zufällt. Ist das eigene Team im Angriff, spielen sie fast wie ein Flügelstürmer. In der Defensive sind sie außerdem die wichtigsten Endpunkte der Viererkette.

Bundestrainer Joachim Löw hat ein halbes Dutzend Probanden auf diesen Positionen antreten lassen und dabei einer Erkenntnis gewonnen: Weder Emre Can (FC Liverpool) noch Jonas Hector (1. FC Köln) oder Sebastian Rudy (TSG 1899 Hoffenheim) reichen annähernd an das Niveau von Philipp Lahm heran.

Die Dreierkette

In seiner Not schaffte Trainer Löw im Testspiel gegen Italien die Außenverteidiger ganz ab, stellte dafür eine flexible Dreierkette auf und gewann mit 4:1. Mit dieser Variante fühle sich auch Keeper Manuel Neuer sehr wohl. Das zumindest gab er bei der gestrigen Pressekonferenz kurz vor dem Turnier zu. Die Variante der Dreierkette wurde auch schon in der Bundesliga getestet. Damals von Pep Guardiola mit dem FC Bayern München und Thomas Tuchel mit dem BVB. Man gewinnt nämlich einen zusätzlichen Mittelfeldspieler, was mehr Optionen bei eigenem Ballbesitz ermöglicht. Nachteil: Gegen Mannschaften mit schnellen Flügelspielern wie beispielsweise Gastgeberland Frankreich fehlt ein klar beauftragter Außenmann in der Abwehr.

Schön und überlegen spielen, aber hinten wackeln – das beschreibt die Löw-Elf zwischenzeitlich immer mal wieder. Bei der Weltmeisterschaft in Brasilien vor zwei Jahren gelang dem Team das Gleichgewicht zwischen den kreativen Instinkten und defensiver Stabilität. Das erhoffen wir uns auch für diese EM. Wir sind gespannt und drücken die Daumen.

Foto: Thinkstockphotos, 186943002, iStock, lentolo