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Bundesligafussball

Rabenschwarze Woche für Marco Russ

Beim gestrigen Unentschieden im Relegationsspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem Zweitliga-Dritten Nürnberg stand eine Person ganz besonders im Fokus: Frankfurts Abwehrspieler Marco Russ, der einen Tag zuvor eine Krebsdiagnose erhielt und trotzdem auf dem Platz stand.

Beim 1:1 (0:1) in Frankfurt gegen den 1. FC Nürnberg war beim Gastgeber der Wurm drin: Erst die Krebsdiagnose beim Abwehrchef Marco Russ (hier mit seiner Frau Janine), und dann auch noch dessen Eigentor kurz vor der Pause (43.). Russ‘ Kollege Bastian Oczipka nahm den tragischen Helden jedoch in Schutz: „Das kann immer mal passieren, wenn die Flanke so scharf kommt“. Auch Trainer Nico Kovac meldete sich zu Wort: „Da bringen wir uns selbst in Misskredit. Aber wenn´s kommt, dann kommt´s eben dicke.“ Das Rückspiel findet am Montagabend in Nürnberg statt.

Marco Russ hatte erst am Mittwochnachmittag erfahren, dass der Wert seiner nach dem Bundesligaspiel gegen den SV Darmstadt 98 entnommenen Dopingprobe erhöht war. Die Probe wies einen hohen Wert des Wachstumshormones HCG auf. Während die Staatsanwaltschaft derweilen die Wohnung des 30-jährigen Sportlers nach Beweisen durchkämmte, ergaben weitere medizinische Untersuchungen, dass es sich nicht um einen Dopingfall, sondern um eine schwere Tumorerkrankung handele. Der Frankfurter wird am Dienstag, nach dem Relegationsrückspiel in Nürnberg, operiert.

Trotz der niederschmetternden Diagnose hatte Russ am Mittwochabend seine Teilnahme am Spiel gegen den 1. FC Nürnberg bestätigt. Auch Trainer Kovac bestätigte: „Marco wollte unbedingt dabei sein!“ Auch von den Ärzten habe es keine Einwände gegeben. Zwar sei eine kurzfristige Operation notwendig, eine körperliche Belastung würde sich jedoch nicht negativ auf den gesundheitlichen Zustand auswirken. Zusätzlich gab es Grünes Licht vom DFB für Russ‘ Teilnahme.

Gänsehautstimmung in der Commerzbank-Arena

Beim Einlauf der Spieler wurde von den Eintracht-Fans dann nur ein Mann gefeiert: Marco Russ! Ein Transparent mit der Aufschrift „Kämpfen & Siegen Marco!“ zierte die Fankurve der Frankfurt Anhänger. Beim Verlesen der Aufstellung riefen die Fans nach jedem Frankfurter Vornamen „Russ!“. Eine einzigartige Gänsehautstimmung in der Commerzbank-Arena!

Im entscheidenden Rückspiel am Montagabend müssen die Frankfurter jedoch auf ihren Abwehrchef Marco Russ verzichten. Der Familienvater erhielt im gestrigen Spiel die zehnte Gelbe Karte und ist somit für das Rückspiel gesperrt. Eine rabenschwarze Woche für den 30-jährigen.

Foto: Starpress, 02324392, ROBIN LOESCH
Video: www.youtube.com/watch?v=HmkjFN7Hiqk