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Bundesligafussball

Raketenwürfe überschatten Derby: Union schlägt Hertha

Berlin – Raketenwürfe auf den Rasen, eine fünfminütige Unterbrechung wegen Pyro und ein versuchter Platzsturm: Mit ihrem unrühmlichen Verhalten haben Anhänger des 1. FC Union und Hertha BSC den 1:0 (0:0)-Sieg der Köpenicker im ersten Derby in der Fußball-Bundesliga überschattet.

«Ich verstehe die Emotionen, aber das geht über die Grenzen hinaus. Das Ganze muss sportlich bleiben», sagte Hertha-Coach Ante Covic nach dem emotionalen Fußball-Abend.

Mehrere Union-Spieler stellten sich nach dem Abpfiff vermummten eigenen Fans entgegen, die über den Rasen Richtung Hertha-Block laufen wollten. «Die oberste Priorität war, das Spiel zu Ende zu bringen. Wir waren in Kontakt mit der Polizei», sagte Schiedsrichter Deniz Aytekin. «Mir ging es um die Sicherheit der Spieler», sagte der Referee. «Das Wichtigste ist, dass keiner verletzt ist. Das hat mit Fußball nichts zu tun», sagte Aytekin im TV-Sender Sky.

Das Sportliche geriet beinahe in den Hintergrund: Sebastian Polter schoss den 1. FC Union zum umjubelten Sieg im ersten Bundesliga-Duell mit dem Stadtrivalen Hertha BSC. Mit seinem verwandelten Foulelfmeter bestrafte der eingewechselte Stürmer am Samstagabend in der 87. Minute die Passivität der Gäste. Zuvor hatte eine fünfminütige Zwangspause wegen Leuchtraketenwürfen auf das Spielfeld aus dem Gästeblock das heiß ersehnte Premierenduell überschattet.

«Wir haben das gut gemacht, dass wir uns nicht haben locken lassen. Wir hätten es noch zielstrebiger machen können. Wir waren die dominantere Mannschaft und sind deshalb der verdiente Sieger», sagte Union-Profi Christian Gentner bei Sky.

In einer insgesamt mäßigen Partie ohne zahlreiche Großchancen hatte Union vor 22.012 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei die größeren Spielanteile und belohnte sich spät. Durch den ersten Sieg im dritten Heimpflichtspiel verkürzten die Köpenicker den Rückstand auf Hertha in der Tabelle auf nur noch einen Punkt.

«Ich wünsche mir, dass diese Stadt gut auf der sportlichen Ebene vertreten wird», sagte Hertha-Coach Ante Covic kurz vor Anpfiff beim Pay-TV-Sender Sky in der Hoffnung auf ein friedliches Derby. Doch bereits kurz nach Anpfiff schossen die Hertha-Anhänger mehrere Raketen. Nach der Halbzeitpause zündeten beide Fanlager massiv Pyrotechnik, aus dem Gästeblock flogen mehreren Raketen auf den Rasen, eine schlug sogar knapp neben der Union-Spielerbank ein.

Der souveräne Schiedsrichter Aytekin schickte die Mannschaften vom Feld in den Kabinengang, erst nach fünf Minuten konnte es weitergehen.

Union erwischte den deutlichen besseren Start. Nach nur drei Minuten köpfte Christopher Lenz nach Flanke von Stürmer Sebastian Andersson aus fünf Metern gegen den Lauf von Hertha-Keeper Rune Jarstein. Als gerade die dritte Leuchtrakete aus dem Hertha-Block über das Stadiondach segelte, prallte der Ball jedoch vom Innenpfosten wieder heraus. Hertha spielte mit Ibisevic und Dodi Lukebakio im Sturm – und verzichtete auf einen klassischen Spielmacher wie Ondrej Duda.

Der normalerweise defensiver orientierte Marko Grujic konnte dieses kreative Vakuum nicht füllen, entsprechend einfallslos gerieten die mauen Angriffsbemühungen der Gäste in der ersten Halbzeit.

Union versuchte es vor allem über die rechte Angriffsseite und stellte Herthas gebürtigen Berliner Maximilian Mittelstädt vor einige Probleme. Die Flanken von Union-Kapitän Christopher Trimmel gerieten jedoch zu ungenau. Wie Covic, der unter anderem Ibisevic und den aus Glasgow derbygestählten Dedryck Boyata zurück in die Startelf brachte, setzte auch Unions Urs Fischer auf Erfahrung. Neben Trimmel kehrte im Vergleich zum 3:1-Zweitrundensieg im Pokal beim SC Freiburg unter anderen Routinier Neven Subotic in die Startformation zurück.

Auch nach der Pause sahen zahlreiche prominente Gäste wie Union-Fan Robert Harting, Schauspieler Kida Khodr Ramadan und der Hamburger Sänger und Rapper Jan Delay nicht viele Chancen. Beide Teams gingen weiter nicht ins letzte Risiko – Union wurde aber mit dem umstrittenen Elfmeter nach Videobeweis doch noch belohnt.

Fotocredits: Marius Becker
(dpa)

(dpa)

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