Robert Enke ist tot! Als ich diese Nachricht gestern Abend im DSF-Videotext gelesen habe, war ich fassungslos. Sofort habe ich auf allen anderen Videotexten von ZDF, SAT.1 bis hin zu RTL und im Internet nachgeschaut, bis ich wirklich realisierte, dass ich unser Nationaltorwart das Leben genommen hat. Deutschland hat eine einzigartige Spielerpersönlichkeit verloren, der jedoch unter Depressionen gelitten hat.
Robert Enke galt als sensibel. Vor allem über den Tod seiner zweijährigen Tochter, die im September 2006 an einem angeborenen Herzfehler gestorben ist, ist er nie hinweggekommen. Dennoch kam der Suizid des 32-Jährigen aus dem Nichts. Und wie verzweifelt man sein muss, um sich vor einen Zug zu werfen, kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen.
“Trauer darf nicht siegen”
“Natürlich gibt es immer wieder Phasen, in denen es sehr, sehr schwierig ist. In denen man sich fragt: Hätte Laras Tod verhindert werden können? Die Leere, wenn jemand stirbt, die ist immer da”, erklärte Enke damals nach dem Tod seiner Tochter, ergänzte aber: “Die Trauer darf dich nicht besiegen.”
Herzensguter Mensch
Robert Enke war ein bodenständiger, sympathischer und liebevoller Mensch, der nie Negativ-Schlagzeilen schrieb. Er lebte nicht in Schall und Rauch wie manch anderer Fußballprofi, sondern zurückgezogen mit seiner Frau und ihrem jungem Baby, welches die Familie Enke erst im Mai adoptierte, auf dem Lande, wo er auch seiner Tierliebe nachgehen konnte.
Doch wie sich jetzt erst rausstellte, litt der Torwart von Hannover 96 seit Jahren unter Depressionen und befand sich psychischer Behandlung. Gegen eine Veröffentlichungen seiner Krankheit hat er sich immer gewehrt. Auch vor Angst, als depressiver Vater die Adoptivtochter zu verlieren.
Und nun müssen vor allem seine Frau, die nächsten Verwandten und engsten Freunde mit dem Verlust von Robert Enke fertig werden. Meine Gedanken sind mit ihnen.
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