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Bundesligafussball

Tor oder nicht Tor? Das ist nicht mehr die Frage!

Fußball auf Torlinie

Im ersten Anlauf vor neun Monaten lehnten die Bundesligaclubs die Einführung der Torlinientechnik noch ab – zu teuer! Jetzt gab es im zweiten Versuch eine klare Mehrheit dafür: Mit 15:3 Stimmen beschlossen die Vereine, ab der Saison 2015/16 mit Hilfe der Technik umstrittene Torsituationen überprüfen zu lassen.














„Hawkeye“ überwacht die Torlinie

Von den drei zur Auswahl stehenden, vom Weltfußballverband FIFA lizensierten Systemen erhielt die britische „Hawkeye“-Technologie den Zuschlag. Das „Falkenauge“ kommt in der Premier League bereits seit der Saison 2013/14 im Einsatz, nachdem es zuvor im Cricket (2001) und Tennis (2006) eingeführt wurde. Für eine genaue Berechnung der Ballposition werden je sieben auf beide Tore gerichtete Hochgeschwindigkeitskameras im Stadion positioniert. Ist der Ball in Tornähe, wird er von den Kameras ständig aus verschiedenen Winkeln erfasst. So kann durch Triangulierung die exakte Position des Balls berechnet werden. Der Schiedsrichter wird durch eine vibrierende Armbanduhr darauf aufmerksam gemacht, dass der Ball in vollen Umfang die Torlinie überschritten hat. Das System erlaubt zudem eine graphische Aufbereitung der Szene für Stadionbesucher und TV-Zuschauer.

An der zweiten Abstimmung durften sich nur die Erstligisten beteiligen, nachdem beim ersten Termin auch die finanziell deutlich schwächer gestellten Zweitligisten votieren durften. Und: Bei diesem Termin lagen den anwesenden Club-Vertretern konkrete Zahlen bezüglich der Einführungskosten vor, zuvor konnte nur gemutmaßt werden. DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig bezifferte die Kosten auf „weniger als 8.000 Euro pro Spiel“, insgesamt müssten die Vereine also knapp 136.000 Euro pro Saison investieren.

Mehrzahl der Vereine befürwortet die neue Technik

Die Mehrzahl der Vereine sieht die neue Technik als richtigen Schritt. Der FC Bayern war in Person seines Präsidenten Karl Hopfner „sehr froh, dass unser Antrag mit sehr, sehr klarer Mehrheit angenommen wurde.“ Die Bayern hatten nach dem im Pokalfinale im Mai nicht anerkannten Tor des Dortmunders Mats Hummels die erneute Abstimmung beantragt. Hoffenheims Trainer Markus Gisdol meinte: „Es ist einfach eine gravierende Entscheidung, ob es ein Tor ist oder nicht.“ Und Dirk Dufner, Sportdirektor von Hannover 96, begründete seine Zustimmung mit den Worten: „Es war eine lange Anlaufzeit, jetzt steht das System so, dass wir bedenkenlos zustimmen können.“

Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen äußerte dagegen Bedenken: „Es wird dadurch keine entscheidenden Veränderungen im Fußball geben.“ Und Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke kritisierte: „Wenn man die Tür öffnet, wird es irgendwann Techniken für Abseits und das Seitenaus geben.“ Eins steht jedenfalls fest: Jahrzehntelange Diskussionen wie nach dem Wembley-Tor 1966 sind mit der neuen Technik ausgeschlossen!


Foto: Thinkstock, 121035445, iStock, RTimages