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Bundesligafussball

Verheerendes Webster-Urteil

Das Webster-Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS hatte in der vergangenen Woche große Empörung bei den Klubs in der Bundesliga ausgelöst. Die Gefahr, dass ein neues Urteil ähnliche Folgen haben könnte, wie das Bosman-Urteil aus dem Jahr 1995. Damals wurde beschlossen, dass für einen Spieler, dessen Vertrag ausläuft, keine Transferentschädigung mehr fällig wird.

Das Urteil veränderte damals das Transferverhalten und auch die Gehaltsabschlüsse erheblich. Viele Spieler kassierten inzwischen sogar Handgelder, um eine Vertragsverlängerung oder einen Transfer so schmackhaft wie möglich zu machen. Ebenso mit diesem Urteil war eine Explosion der Gehälter zu beobachten, da durch dieses Urteil Ressourcen frei wurden, die man in die Gehälter investieren konnte. Beim Webster-Urteil verhält es sich ähnlich, wenn auch nicht ganz so drastisch.

Hier ist es für den Spieler möglich, trotz eines bestehenden Vertrages, ins Ausland zu wechseln. Dafür muss der Spieler aber mindestens drei Jahre bei dem Verein gespielt haben und muss dem abgebenden Verein lediglich die noch ausstehenden Gehälter bis Vertragsende bezahlen. Dies hätte eine verheerende Wirkung für die kleinen Ausbildungsvereine, die sich dank der Ablösesumme eine Existenz gesichert haben. Zudem droht auch den größeren Vereinen der Verlust der Stars, da diese nun auf ganz einfachem Wege ins Ausland wechseln könnten.

Fallbeispiele wären Kevin Kuranyi und Mario Gomez. Beide gehören seit drei Jahren zu den Profikadern der Vereine. Für Kevin Kuranyi zahlte der FC Schalke 04 eine Transfersumme von 6,9 Millionen Euro. Nach dieser Saison könnte der erfolgreiche Stürmer, der einen Vertrag bis 2010 besitzt, für seine noch ausstehenden Gehälter ins Ausland wechseln, was angesichts der guten Leistungen Kuranyis nicht unwahrscheinlich wäre. Ähnlich verhält es sich bei Mario Gomez, der vor drei Jahren aus der Jugend des VfB Stuttgart kam. Er könnte in diesem Sommer für die läppische Summe von vier Millionen Euro den Verein verlassen, dabei wird sein Marktwert auf über 20 Millionen geschätzt.