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Bundesligafussball

Wirbel um die Verletzung von Raphael Guerreiro

Moskau – Es ist der Alptraum vieler Bundesliga-Clubs: Sie stellen einen Spieler für den umstrittenen und von einigen nicht einmal ernst genommenen Confederations Cup ab – und der verletzt sich dann in Russland schwer.

Borussia Dortmund musste bei diesem Turnier aus der Distanz verfolgen, wie sein Europameister Raphael Guerreiro nach dem Spiel zwischen Portugal und Russland (1:0) mit Verdacht auf Knöchelbruch in ein Moskauer Krankenhaus gebracht wurde.

Die gute Nachricht für den BVB: Guerreiro hat nur eine schwere Fußprellung davon getragen, er wird den Start der Bundesliga-Saison wohl nicht verpassen. Das bestätigten sowohl der Verein als auch der portugiesische Verband. Dennoch sorgte der Fall für Verwirrung.

Denn Guerreiro selbst schrieb in einem kurze Zeit später wieder gelöschten Internet-Beitrag sinngemäß: Ja, ich habe einen Bruch. Aber der stammt nicht aus dem Spiel gegen Russland, sondern ist schon mehr als drei Monate alt. «Dort habe ich keine Schmerzen. Glücklicherweise habe ich keinen weiteren Bruch an der Stelle, wo ich die Schmerzen verspüre», schrieb er in portugiesischer und französischer Sprache.

Sicher ist: Der 23-Jährige fällt für den Rest des Confed Cups aus. Sicher ist auch: Guerreiro wird erst einmal bei seinem Team in Russland bleiben und nicht vorzeitig in Urlaub fliegen. «Im Moment kann ich mit meinem Fuß nicht auftreten und ihn auch nicht bewegen», schrieb er auf seiner Instagram-Seite. «Aber ich bleibe hier, um meine Mannschaftskollegen für den Rest des Turniers zu unterstützen.»

Die Frage ist nur: Wie will Guerreiro nach einem «Bruch» vor mehr als drei Monaten noch den kompletten Rest der vergangenen Bundesliga-Saison sowie das DFB-Pokal-Finale gegen Eintracht Frankfurt (2:1) bestritten haben? In der Rückrunde verpasste der Defensiv-Allrounder nur drei von 25 Dortmunder Spielen.

Nach dpa-Informationen hatte der BVB bei einer Untersuchung des 23-Jährigen zu dem fraglichen Zeitpunkt nur einen Haarriss im Knöchel festgestellt. Dass ein Spieler bei so einer Verletzung einfach ohne Pause weiterspielt, ist im Profi-Fußball nicht außergewöhnlich. Nachgehen kann der Verein dieser Sache aber nur bedingt, da sich Guerreiro gerade weit entfernt in Russland bei den Mannschaftsärzten des portugiesischen Nationalteams befindet.

Trotz dieser Merkwürdigkeiten überwiegt in Dortmund die Erleichterung, nicht auch noch einen dritten Langzeitverletzten beklagen zu müssen. Denn wenn der neue Trainer Peter Bosz seinen Dienst am 7. Juli antreten wird, muss er bereits für mehrere Monate auf die beiden Nationalspieler Julian Reus und Julian Weigl verzichten. «Glück im Unglück», schrieb der deutsche Pokalsieger deshalb auch in seiner Pressemitteilung zu Guerreiros Verletzung.

Davon ist bei Eintracht Frankfurt keine Rede. Denn der gerade erst verpflichtete mexikanische Verteidiger Carlos Salcedo zog sich beim Confed Cup während des Spiels gegen Neuseeland (2:1) eine Bänderverletzung im Schultereckgelenk zu. Der 23-Jährige hatte seinen Vertrag in Frankfurt erst auf dem Weg nach Russland unterschrieben.

Seine Verletzung trifft die Eintracht in einer Zeit, in der ihr Kader nach wie vor stark dezimiert ist. Auch die Defensivspieler Makoto Hasebe und Omar Mascarell sind noch länger verletzt. Torjäger Alexander Meier muss zudem ebenfalls am Knöchel operiert werden. Seine Verletzung ist jedoch nicht dem Confederations Cup anzulasten. Er knickte laut «Bild»-Zeitung beim Joggen im Urlaub um.

Fotocredits: Alexander Zemlianichenko
(dpa)

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