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Bundesligafussball

Zu wenig Druck für den EM-Titel?

Noch nie ist es der deutschen Nationalmannschaft gelungen, nach einem Weltmeistertitel das darauffolgende Turnier ebenfalls zu gewinnen. Und gerade in diesem Jahr sind die Erwartungen hoch. Doch scheint eine EM nicht den gleichen Stellenwert zu haben wie eine WM…


Der deutschen Nationalmannschaft ist es noch nie gelungen, nach einer siegreichen Weltmeisterschaft das darauf folgende Turnier zu gewinnen. Einfach Pech, weil zum Beispiel Uli Hoeneß im EM-Finale von 1976 seinen Elfmeter über die Latte jagte? Oder doch eine natürliche Folge des Spannungsabfalls, einer leichten Motivations- und Sinnkrise? „Die WM ist natürlich der absolute Höhepunkte“, sagt Per Mertesacker, der wie Kapitän Philipp Lahm und Miroslav Klose seine Zeit bei der Nationalmannschaft im Sommer 2014 beendete. „Wenn du diesen Pokal in der Hand hältst, fühlst du dich angekommen.“ Eine Europameisterschaft habe nicht ganz den gleichen emotionalen Wert. „Aber sie bringt neue, große Herausforderungen. Zum Beispiel die Chance, Italien oder Spanien zu schlagen, was und bisher nicht gelungen ist.“

Wettbewerb innerhalb der Mannschaft?

An Druck von außen mangelt es nicht. Deutschland kann ja als amtierender Weltmeister nur mit dem Anspruch nach Frankreich fahren, zwei Titel in Folge zu holen. Vorgemacht haben diese Kunststücke schon der Gastgeber Frankreich (WM 1998, EM 2000) sowie Spanien (EM 2008, WM 2010, EM 2012).
Die Motivation dürfte aber auch von innen kommen, weil sich viele talentierte Spieler für die wenigen Startplätze bewerben. Selbst nach dem Abgang des Veteranen-Trios Mertesacker, Lahm und Klose hat Löw mehr Möglichkeiten denn je, seinen Kader zu gestalten, und das mit vielen jungen, erfolgshungrigen Spielern.

Die EM 2000 erscheint im Rückblick als düstere Zeit des Rumpelfußballs. Damals lag das Durchschnittsalter des deutschen Teams noch bei 28,5 Jahren. Bei der EM 2016 in Frankreich werden Torhüter Manuel Neuer (30), Lukas Podolski (31) und der hoffentlich vollends genesene Kapitän Bastian Schweinsteiger (31) die ältesten Spieler sein. Viele Jungs im Kader haben gerade erst das Teenageralter hinter sich gelassen. Wir hoffen also auf einen dynamischen, jugendlichen Fußball mit stabiler Abwehrkette!

Foto: Thinkstockphotos, 168771134, iStock, NiseriN