Bundesligafussball

Labbadia bittet um Verständnis: «Nicht wie im Kirchenchor»

Berlin – Trainer Bruno Labbadia vom Fußball-Bundesligisten Hertha BSC hat um Verständnis gebeten, dass seine Profis beim 3:0-Sieg bei 1899 Hoffenheim nicht ohne Körperkontakt gejubelt haben.

«Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht wie im Kirchenchor auftreten», sagte der 54-Jährige einen Tag nach dem Spiel in einer Videokonferenz mit Journalisten und ergänzte: «Es ist natürlich schwierig, meinen Spielern zu sagen, wir wollen ein gutes Spiel machen, aber dann muss jede Emotion raus.» Der neue Coach der Berliner kündigte am Tag nach dem Erfolg aber auch an: «Trotzdem werden wir natürlich mit den Spielern darüber reden, das ist überhaupt keine Frage.»

Vor dem ersten Spieltag während der Corona-Krise hatte die Deutsche Fußball Liga den kontaktlosen Jubel empfohlen, Hertha nahm das aber nicht so genau. Anders als in weiteren Bundesliga-Stadien geizten die Profis nicht mit Körperkontakt nach den Treffern. «Hertha hat in der Vergangenheit nicht immer drei Tore gemacht. Da ist eine Freude da, da sollte man so ein bisschen eine Verhältnismäßigkeit sehen», sagte Labbadia: «Man darf jetzt nicht eine Hysterie daraus machen.»

Dem Trainer-Routinier liege es fern, dass «wir uns über andere stellen», betonte er: «Aber was wir herausstellen müssen, ist, dass die Liga mit der DFL und der Politik einfach einen Riesen-Job gemacht hat. Die ganze Welt hat wirklich auf uns geschaut.» Man solle nicht immer nur das Negative sehen, «sondern auch alle zurecht mal einen kurzen Moment stolz darauf sein, dass uns das gelungen ist vor allen anderen Ligen», betonte der Nachfolger von Alexander Nouri.

Es gehe auch darum, «einen guten Wettkampf auf dem Feld zu zeigen, damit die Zuschauer weiter dranbleiben. Das macht den Fußball auch aus», sagte Labbadia: «Es ist wichtig, eine Verhältnismäßigkeit einzuordnen, weil wir natürlich auch automatisch Kontakt haben, wenn wir im Zweikampf oder beim Eckball sind. Das werden wir nicht vermeiden können.»

Fotocredits: Thomas Kienzle
(dpa)

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